Spiritualität ist einer dieser Begriffe, die heutzutage häufig verwendet werden, aber unterschiedliche Dinge ausdrücken können. Insbesondere kommt hier zum Tragen, dass unsere Vorfahren vor tausenden von Jahren intensive spirituelle Praxen und Lehren verfolgten, die im 21. Jahrhundert schwer nachzuvollziehen sind und deshalb oft sehr vielfältig interpretiert werden. In den folgenden Zeilen erklären wir Dir, warum Spiritualität heute noch immer so wichtig ist und geben Dir Tipps und Tricks, wie Du mehr davon in Dein tägliches Leben integrieren kannst.

Spiritualität: nur ein anderes Wort für Religion?

Zerlegen wir das Wort „Spiritualität“ in seine Einzelteile, bedeutet der Kern des Wortes, „Spirit“, so etwas wie Geist. Das bezieht sich nicht notwendigerweise auf den Glauben an Poltergeister, sondern vielmehr auf den Glauben an eine höhere Macht, was auch immer diese sein mag, sowie die Beziehung zwischen Körper, Seele und Geist. Spiritualität lenkt den Blick auf den Zusammenhang von vielen Dingen, die häufig als Einzelteile wahrgenommen werden. Mit einer spirituellen Perspektive erfahren wir die Welt als Kreislauf von Energie und sehen Zusammenhänge, die andere Menschen vielleicht nicht so deutlich wahrnehmen. Darüber hinaus kann auch das Suchen nach einem Sinn, nach etwas Höherem, ein Leitfaden für Deine spirituelle Praxis sein.

Wenden wir uns zuerst an den Kern: was kann alles unter den Begriff der Spiritualität fallen? Manche denken hier vielleicht an Kristalle, Räucherstäbchen und wallende Kleidung, aber für viele Menschen kann spirituell zum Beispiel ein Adjektiv sein, das sie auf sich selbst beziehen, wenn sie vielleicht nicht religiös sind und keiner konkreten Glaubensgemeinde angehören, aber zum Beispiel an eine höhere Kraft glauben. Spiritualität findet auch häufig im Yogaunterricht statt, zum Beispiel wenn wir uns der Chakren-Lehre widmen. Allerdings kann dieser Begriff sehr unterschiedlich verwendet werden und findet vor allem im Inneren statt. So reicht es nicht, sich eine Buddha-Statue aus dem Thailandurlaub ins Wohnzimmer zu stellen, um nach außen hin zum Beispiel interessiert an polytheistischen Religionen zu sein, oder ab und an ein paar Räucherstäbchen anzuzünden, sondern Spiritualität bezieht sich darauf, wie wir uns und die Welt um uns herum wahrnehmen und inwiefern wir eine spirituelle Praxis in unserem Alltag umsetzen.

Sobald wir uns der Verbindungen und den vielen Kreisläufen rund um unser Leben bewusstwerden, ändern viele auch ihr Denken und Handeln. Das kann sich ganz pragmatisch auf ein umweltbewusstes Leben auswirken, oder auch auf zwischenmenschliche Beziehung bis hin zur persönlichen Praxis. Im Folgenden geben wir Dir nun ein paar Tipps und Ideen, wie Du mehr Spiritualität in Deinen Alltag bringen kannst.

  • Dankbarkeit

Ob spirituelle Lehrer, Wissenschaftler oder Menschen, die es am eigenen Leibe verspüren – Dankbarkeit ist laut ihnen die höchste Frequenz, in der wir schweben können, was allerdings nicht bedeutet, dass es uns leichtfällt, stets dankbar zu sein. Der Überlebensmechanismus, von dem wir in der Wildnis abhängig waren, sitzt noch immer tief in uns: Vom Schlimmsten ausgehen, damit wir uns vor dem Bären im Wald retten können; ein Mechanismus, den wir heutzutage so gut wie nicht mehr brauchen, welcher aber oft präsent ist. „Den Test bestehe ich doch eh nicht” oder „Ich wette, die Bahn fällt wieder aus“ sind Gedankenmuster, die unsere Realität formen, ohne dass wir uns darüber bewusst sind. „Energy flows where attention goes“ (deutsch: „Energie fließt dort, worauf unsere Aufmerksamkeit gerichtet ist“) ist ein beliebtes amerikanisches Sprichwort und will uns sagen, dass wir genau das manifestieren, worauf wir uns fokussieren. Zählst Du also direkt nach dem Aufwachen, vor dem Zubettgehen und vor allem dann, wenn das Leben grau erscheint, alles auf, wofür Du dankbar bist, wird Dir schnell bewusst, wie viel Gutes Dich umgibt. Dir wird es auf Dauer sogar leichter fallen, für die schwierigen Situationen im Leben dankbar zu sein, denn gerade diese bieten Dir Raum für Wachstum.

  • Körper und Seele verbinden 

Unter anderem ist es für viele, die Spiritualität in ihren Alltag einladen, ein Ziel, nicht nur als menschlicher Charakter zu agieren, sondern der Seele mehr Platz in unserer oft schnelllebigen Welt zu bieten. Ein schneller Weg um diesen Platz zu kreieren, ist die Verbindung zu unserem Körper. Schließe die Augen für einen Moment und spüre, was körperlich vorgeht. Eine physische Yogapraxis kann Dir dabei sehr helfen. Atemübungen, die Deine Energie zum Fließen bringen, sind auch stets hilfreich. Beides (die physische Yogapraxis inklusive Atemübungen) wurden vor vielen hunderten von Jahren in Indien als Vorbereitung zur Meditation genutzt. Meditieren ist der ultimative Moment, Deiner Seele mehr Einkehr in Dein Leben zu bieten und dadurch mehr Klarheit für dein Dasein auf der Erde zu erlangen. Fünf Minuten morgens und fünf Minuten abends können deine Welt viel spiritueller machen.

  • Plane Zeit mit Dir selbst

Wir alle haben oft sehr volle Tage. Die wenige Freizeit, die dann noch bleibt, wird für Erledigungen oder vielleicht Freunde und Familie genutzt. Wer kommt dabei oft zu kurz? Genau, Du selbst! Denn wirklich selten planen wir bewusst Zeit nur für uns. Dabei ist das unheimlich wichtig, denn es erlaubt Dir, innezuhalten, Dich mit Dir selbst zu verbinden, zu reflektieren und Deine Energie bewusst einzusetzen. Zeit für Dich kann etwas ganz Einfaches sein wie eine Tasse Tee in Ruhe zu trinken, Deine Gedanken in ein Tagebuch aufzuschreiben oder auch eine halbe Stunde Restorative Yoga zu praktizieren. Hier musst Du auf niemand sonst Rücksicht nehmen und kannst machen, was nur Dir guttut, denn auch hier kann es sonst passieren, dass wir die Verbindung zu uns selbst, zwischen Körper, Seele und Geist, verlieren.

Um dies zu vermeiden, plane dir also feste Zeiten und Momente ein, die nur Dir selbst gewidmet sind, denn je ausgeglichener Du bist, desto liebe- und kraftvoller kannst Du Deiner Umwelt begegnen.

  • Stärke Deine Ressourcen

Momente, die Du Dir selbst schenkst, sind eine wunderbare Art, Deine Ressourcen zu überprüfen. Ressourcen ist in diesem Fall ein anderes Wort für Deine Energie oder Leistungsfähigkeit, und wir wollen diese bewusst einsetzen und sie auch immer wieder aufladen, so wie Du es auch mit Deinen elektronischen Geräten tust. Denn genau wie Dein Handy braucht auch Dein energetischer Akku Zeit am „Ladegerät“. Es ist von Person zu Person unterschiedlich, wie oft und wie lange Du Deine Ressourcen stärken musst, denn manche benötigen mehr Ruhe und Pausen als andere. Am besten schaffst Du Dir Rituale in Deinen Alltag ein, wie ein paar bewusst Atemzüge nach dem Aufstehen, 15 Minuten Spaziergang am Nachmittag und etwa 20 Minuten Yin Yoga vor dem Schlafen gehen. Nimm Dir also Zeit, um zu reflektieren, welche Momente und Aktivitäten Deinen energetischen Akku am besten aufladen und plane diese in Deine Zeit mit Dir selbst ein.

  • Lebe im Moment

Im Hier und Jetzt zu leben klingt vielleicht erstmal sehr einfach oder gar plakativ, aber wenn Du mal genau darauf achtest, wie oft Deine Gedanken in die Zukunft oder Vergangenheit wandern, wirst Du merken, dass das doch leichter gesagt als getan ist. Zum Beispiel bist Du in einer Yogastunde und fragst Dich vielleicht, ob Du danach lange auf den Bus warten musst. Oder Du bist bei einem Vortrag und denkst daran, was Du anschließend noch erledigen musst. Wenn Dir etwas für Dich Peinliches passierst, kehrst Du in Gedanken vielleicht den restlichen Tag über zu diesem Moment zurück. All diese Beispiele haben gemein, dass sie Dich davon abhalten, im Hier und Jetzt zu sein, dabei ändern sie weder etwas an der Vergangenheit, noch helfen sie Dir dabei, schneller an Deine Zukunft zu kommen. Wenn Du Dich also wieder dabei ertappst, wie Du in Gedanken abschweifst, dann hol Dich liebevoll wieder zurück in den Moment, erde Dich zum Beispiel über Deine Füße und mit ein paar bewussten Atemzügen, und genieße ihn für das, was er ist.

  • Verstehe Deine Rolle

Wir alle nehmen unterschiedliche Rollen in unserem Leben ein. Wir sind Kinder, Töchter oder Söhne, vielleicht auch Schwestern oder Brüder, bis hin zu Vätern oder Müttern. Doch auch innerhalb unseres Freundeskreises, auf der Arbeit oder innerhalb der Familie haben wir unterschiedliche Funktionen. Wenn Du an Deine zwischenmenschlichen Beziehungen denkst, welche Rolle trägst Du hier meistens? Vermittelst Du oft zwischen den Parteien oder sorgst Du eher für Konfrontation? Achtest Du auf die Bedürfnisse anderer oder gibst Du vielmehr vor allem selbst Impulse? Auch wenn das sehr plakative Beispiele sind, so nehmen wir oft gewisse Positionen ein und sind uns dessen nicht bewusst. Wenden wir jedoch unsere Achtsamkeit darauf, so verstehen wir unseren Standort in dem großen Kreislauf besser. Denn auf diese Weise kannst Du lernen, Deine individuelle Stärke zu nutzen, und für mehr Gleichgewicht auf der Welt zu sorgen. Deine Rolle (wortwörtlich) ist von einer höheren Perspektive betrachtet ja wirklich ein Spiel, welches deine Seele annimmt, um zu lernen und Erfahrungen auf der Erde zu sammeln. Dieses Spiel nehmen wir regelmäßig so ernst, dass wir uns in Gedankenwirrwarr und Grübeleien verstricken, bis wir den Spaß am Spiel und die höhere Perspektive unseres Daseins vergessen. Unsere Rolle mit Verantwortung und Wertschätzung zu spielen ist wunderbar, dennoch kannst Du dich hin und wieder beruhigt zurücklehnen, durchatmen und Dich zufrieden daran erinnern, dass deine tiefste Essenz immer in Frieden und im Gleichgewicht schwebt.

Vielleicht ist das Wort „Spiritualität“ für Dich nun greifbarer und Du kannst einige Tipps mit in Deinen Alltag nehmen. Schreib uns gerne in die Kommentare, was Spiritualität für Dich bedeutet und wie Du sie in Deinen Alltag integrierst, und teile diesen Artikel mit Freunden und Familie.

 

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