Burnout: Wenn der Körper ausgebrannt ist

„Ich kann nicht mehr!“ Das sagt uns der Körper im Burnout. Er gibt auf, er ist ausgebrannt. Dabei hat der Körper uns schon davor gewarnt. Er hat uns signalisiert, dass es in diesem Tempo, mit dem wir unterwegs sind, nicht lange gehen wird. Haben wir auf ihn gehört? Nein. Darum muss der Körper irgendwann selbst die Bremse ziehen – und uns ins Burnout befördern. Warum das aber eigentlich eine gute Sache ist – und wie Dir Yoga dabei helfen kann – erzählen wir Dir jetzt.

Was bedeutet ein Burnout?

Auch wenn die Diagnose „Burnout“ relativ neu ist, gibt es Burnout schon länger. Nur hieß es da eher Erschöpfung, chronische Müdigkeit, vielleicht auch depressive Verstimmung – oder wurde gar nicht diagnostisch festgehalten. Was nicht bedeuten kann, dass diese anderen Diagnosen nicht immer noch präsent sind, doch der Fokus der Gesellschaft hat sich aufs Burnout hinbewegt. Wo der Fokus liegt, da liegt auch die Diagnostik und schon wandert auch der Begriff „Burnout“ in den alltäglichen Sprachgebrauch. Wenn auch mehr Sichtbarkeit und Bewusstsein für psychische Erkrankungen sehr wichtig sind, sorgt die umgangssprachliche Verwendung ihrer manchmal für Verharmlosung. Wir sind nicht notwendigerweise depressiv, wenn wir mal ein paar Tage traurig sind. Genauso wenig muss es ein Burnout sein, wenn wir mal etwas überfordert sind.

Aber es kann ein Burnout sein. Bei Burnout handelt es sich um eine Stufe von chronischem Stress. Mit akutem Stress kann der Körper noch sehr gut umgehen – manchmal brauchen wir das sogar. Vielleicht kennst Du diese Art von positiver Motivation bei einem anstehenden Projekt, dass Dir jetzt endlich den nötigen Push gibt, etwas zu tun. Das wird auch als positiver Stress bezeichnet. Chronischer Stress hingegen, also eine Überforderung über einen längeren Zeitraum, ist allerdings ein Problem. Wenn wir ständig einer Belastung ausgesetzt sind, der wir einfach nicht standhalten können, kann der Körper irgendwann nicht mehr mithalten. Die Belastung kann im Beruflichen, aber auch Privatem entstehen, oder eine Kombination aus beidem sein. Und – das ist besonders wichtig – nicht jeder Mensch reagiert gleich auf Stress. Wir haben alle unterschiedliche Stresspegel und dementsprechend brennen die einen aus, während die anderen ungeschoren davonkommen. Es ist leider nicht fair, aber so ist es nun einmal.

Wenn wir unter chronischem Stress stehen, leidet der ganze Körper darunter. Schlaf, Essverhalten, Bewegung, all diese Dinge, die unsere Gesundheit unterstützen, werden in Mitleidenschaft gezogen. Aber auch das, wie zum Beispiel Schlafmangel, kann der Körper noch eine Zeit lang kompensieren. Doch machst Du so weiter wie bisher, wird der Körper allmählich einlenken. Vielleicht wirst Du auf einmal plötzlich krank. Das ist eine Möglichkeit, wie Dein Körper verzweifelt versucht, mehr Ruhe in Dein Leben zu bringen. Er fesselt Dich quasi ans Bett. Doch wenn all das nichts bringt, dann zieht er sein Ass aus dem Ärmel: Burnout. Er fährt runter. Es geht einfach nicht mehr.

Vor dem Burnout

Die beste Methode gegen ein Burnout ist, es gar nicht weit zu kommen zu lassen. Zum Beispiel mit Stressmanagement, wo die Stressoren, die wir im Leben verspüren, im Zaum gehalten werden sollen. Stressoren sind wie kleine lästige Fliegen, die einen nicht in Ruhe lassen – sie kommen immer wieder, so sehr Du sie auch verscheuchst. Aber wir können dagegen vorgehen, indem wir unsere Stressquellen kennen – zum Beispiel auf der Arbeit – und sie lernen zu regulieren. Steht ein sehr forderndes Meeting oder Projekt an? Dann musst Du in dieser Zeit besonderen Wert auf Deine Bedürfnisse legen und trotzdem Zeit in schöne Dinge investieren. Die Realität sieht aber eher so aus, dass grade dann präventive Maßnahmen vernachlässigt werden.

Leider legt auch unsere Gesellschaft keinen großen Wert darauf, uns Stressmanagement zu lehren oder uns beizubringen, dass wir auf uns achten müssen. Generell werden wenig Geld und Aufmerksamkeit in Prävention gesetzt – darum nimmst Du es am besten selbst in die Hand. Und, egal, wie nah oder fern Du Dich einem Burnout fühlst, man kann bei Prävention oder Stressmanagement kaum zu viel machen.

Mehr Achtsamkeit gegen das Burnout

Manchmal kann ein Burnout aber auch etwas Gutes haben. Es kann uns etwa darauf hinweisen, dass wir unsere Lebensweise, Prioritäten und Grenzen überdenken müssen. Yoga, neben medizinischer und vielleicht auch psychotherapeutischer Behandlung, kann eine wunderbare Unterstützung im Wiederaufbau des Körpers sein. Denn es bietet uns ein wunderbares Kontingent an Achtsamkeitspraktiken und diese sind wiederum ein erfolgreiches Mittel, um die Signale und Bedürfnisse des Körpers rechtzeitig zu lesen und entsprechend zu handeln.

Pranayama, also Atempraxis, lehrt Dich, bewusster zu amten und damit auch Deinen Herzschlag zu regulieren. Probiere verschiedene Atemübungen (LINK!) aus und schau, welche sich für Dich gut anfühlen. Vielleicht möchtest Du lieber ein Tagebuch führen, wie ein Journal über Deine Gefühle oder zu Dankbarkeit, um regelmäßige Achtsamkeit zu praktizieren. Es können auch nur fünf Minuten auf der Yogamatte sein, die Dich wieder erden. Yoga bietet Dir einfach so viele Methoden, wie Du in unseren 7 Tipps sehen kannst, und Du musst einfach testen, was zu Dir passt. So kannst Du langsam den Weg aus dem Burnout finden und auch präventiv Stressmanagement ausüben. Im Idealfall bleibt es dann bei einem einmaligen Ereignis.

7 yogische Tipps bei Burnout

  • Akzeptiere und respektiere Deine Grenzen. Du musst Dich nicht beweisen.
  • Nutze Deinen Atem, um Deinen Herzschlag zu regulieren, wenn Du Dich gestresst fühlst.
  • Bewege Dich regelmäßig auf Deiner Yogamatte. Auch in Stille ist Bewegung.
  • Lass‘ Deine Matte einen sicheren Ort sein. Du nimmst Dich dort an, wie Du bist.
  • Richte den Blick in Deiner Meditation nach innen und spüre, wie es Dir geht.
  • Sei ehrlich zu Dir. Wir alle haben unterschiedliche Stresspegel und nach Hilfe zu fragen ist ein Zeichen von Stärke, nicht Schwäche.
  • Nimm Dir regelmäßige Auszeiten, wie ein Wochenende im Wald, ein Yoga-Retreat oder einen Wellnessurlaub. Tanke auf, wo Du kannst.
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